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1000km von Kiel nach Lörrach

Interview mit Sonya Baron

Ohne Umwege - immer geradeaus. Fast 1000km von Kiel nach Lörrach.  

Warum sich der Umzug gelohnt hat, erfahre ich von Sonya Baron zum Thema Familie + Karriere.  Es war ein tolles Interview mit einer sympathischen Frau, die offen und authentisch auf meine Fragen antwortete. Nun, überzeugen Sie sich selbst.     

SW+: Was genau ist Ihre Aufgabe? Geben Sie mir einen kleinen Einblick in Ihren Alltag.

Sonya Baron: Ich leite für den Landkreis Lörrach die Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Strukturpolitik. Das ist eine Abteilung mit vier Mitarbeitern, die zwei sehr spannende und komplexe Themenfelder zusammenbindet.

Aufgrund der Lage direkt an der Schweizer und der französischen Grenze haben wir im Landkreis Lörrach vielfältigste Verbindungen zur Politik und den Verwaltungen der Nachbarländer. Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen in den drei Ländern, sowie unterschiedlichen Zuständigkeiten und Entscheidungsabläufen sind diese Projekte meist aufwendiger und komplexer als Projekte, die wir in Eigenregie durchführen.

Das entsprechende Hintergrundwissen und die  notwendigen Kontakte bündeln wir in unserer Stabsstelle und versuchen auch, den Mehraufwand  aus den klassischen Abläufen herauszuhalten und bei uns zu konzentrieren.

Im Bereich Strukturpolitik ist der Landkreis Lörrach ebenfalls eine kleine Besonderheit: Einem stark städtisch geprägten Raum in der Rheinebene mit einer vergleichsweise hohen Bevölkerungsdichte stehen ländliche Gebiete im Markgräfler Land sowie in den Schwarzwaldlagen mit hohem Freizeitwert und touristischem Potential gegenüber.  

SW+: Eine Verantwortungsvolle Aufgabe und eine Familie. Wie bekommen Sie das unter einen Hut?  

Sonya Baron: Organisationfreude, gute Multitaskingfähigkeiten und die Fähigkeit zur Improvisation sind ein absolutes Muss. Eine feste Größe in unserer Familienorganisation ist aber der ausgezeichnete Krippenplatz mit sehr flexiblen Bring- und Holzeiten, der uns über den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird und für den sogar noch ein Teil der Finanzierung übernommen wird. Ich weiß meinen Kleinen dort tagsüber in den besten Händen und freue mich, ihn nach Feierabend wieder in die Arme nehmen zu können.  

Hilfreich ist auch, dass wir Gleitzeit haben, d.h. grundsätzlich kann ich meine Arbeitszeit frei und selbst gestalten. Dennoch bringt meine sehr spezielle Arbeit aber auch spezielle Arbeitszeiten mit sich, d.h. Termine am Abend oder am Wochenende kommen ebenfalls vor. Das stellt einen schon mitunter vor Herausforderungen. Hier bin ich auf ein gut funktionierendes Team angewiesen, zu Hause und auch im Job.

Ich bin froh, dass sowohl Arbeitgeber und meine direkten Mitarbeiter mit mir an einem Strang ziehen und ich mich auch daheim auf Unterstützung verlassen kann.    

SW+: Viele halten Familie + Karriere für schwer vereinbar. Wie denken Sie darüber?    

Sonya Baron: In den ersten Wochen nach meiner sehr kurzen Elternzeit hätte ich das sicher genauso gesehen: Mein Kleiner schlief nicht viel, war sehr neugierig, unsere Nächte kurz, die Tage anstrengend. Das hat sich aber schnell gelegt und wir haben dann zu einem guten Rhythmus gefunden. Ich denke man kann sagen: Familie und Beruf sind vereinbar, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Wichtig ist, dass sich alle, Arbeitgeber, das Umfeld und auch die Familie selbst, sich Mühe geben.

Möchte man Vollzeit arbeiten, ist vor allem ein stimmiges Ganztages-Betreuungsangebot wichtig. Ich weiß aber auch, dass das (noch) nicht für alle gleichermaßen vorhanden ist, hier würde ich mir wünschen, dass das flächendeckend zu einem bezahlbaren Tarif für alle, die es wünschen, möglich ist. Wir haben da viel Glück gehabt. Im Landkreis Lörrach gibt es heute viele Gemeinden, die die Situation der jungen Familien verstanden haben und stetig ihr Betreuungsangebot weiter ausbauen.

SW+: Sie sind ja ein Improvisationstalent. Welche Eigenschaften gehören Ihrer Meinung nach noch dazu?

Sonya Baron: Vor allem anderen: Eine große Motivation, sowohl für die Arbeit als auch für das Familienleben! Ebenfalls viel Energie und Durchhaltevermögen, sowie Organisationstalent, Flexibilität, die Fähigkeit sich selbst auch einmal hintenanzustellen.  

Ganz besonders aber, die Fähigkeit sich zu freuen: an Erfolgen in der Arbeit, der Entwicklung des/der Kinder, an der schönen Region, in der wir leben, so tankt man immer wieder auf!    

SW+: Eine letzte Frage. Was hat Ihnen in den vergangenen Jahren - neben erfolgreich umgesetzten Projekten -  an Ihrer Aufgabe besonders gefallen?

Sonya Baron: Das Schöne an meiner Aufgabe ist, dass ich aktiv daran mitarbeiten kann, dass unsere Grenzregion immer weiter zusammenwächst. Das ist sehr bereichernd und hier im Dreiland um die Stadt Basel sieht und spürt man das Zusammenwachsen Europas – sogar über die EU-Außengrenze zur Schweiz!

Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute im schönen Dreiländereck. Frau Sonya Baron
Leiterin der Stabstelle
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit & Strukturpolitik

Landratsamt Lörrach
Palmstraße 3
79539 Lörrach

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