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Gleitschirmfliegen - Gefühl von Freiheit

Gleitschirmfliegen bietet das pure Gefühl von Freiheit Fröhnd - Von Verena Wehrle.

Es ist der Tag des Sommeranfangs und Peter Siebert, der Vorsitzende des Gleitschirmclubs Wiesental, wartet schon auf mich. Ich darf nach vier Jahren endlich wieder in die Lüfte. Meine Angst, wie ich sie noch vor meinem ersten Gleitschirmflug hatte, ist wie weg geblasen und hat sich dieses Mal in pure Vorfreude umgewandelt. Wir fahren – natürlich mit Sondergenehmigung – zum Startplatz hoch auf das Ittenschwander Horn. Dort setze ich mich in das hohe Gras, blicke über die Landschaft und genieße die Natur. Die Sonne scheint mir ins grinsende Gesicht. Den dicken Wollpulli verstauen wir im Rucksack, den brauchen wir heute nicht. Die Vorfreude steigt. Peter bereitet seinen Tandemschirm vor. „Legen wir los?“ fragt er, während er die Kamera, die alles auf Video aufzeichnet ins Gras legt. Dann schnallt er mich mit dem Tandemgurt an. Wir machen erst einen Probestart, helfen damit meiner Erinnerung ein bisschen auf die Sprünge, damit ich schon schnell wieder weiß, was ich machen muss. Es geht los. „Laufen, laufen laufen“, so schnell ich kann, auch wenn wir schon in der Luft sind, damit, falls wir wieder auf die Erde sinken, nicht stürzen. Ich verliere den Boden unter den Füßen. Ich schwebe.  Und dann stellt sich ein Gefühl ein: Glückseligkeit. Dann kann ich aufhören zu laufen. Ich hieve mich in den Sitz, über mir sehe ich den riesigen Schirm. Der Wind weht uns ins Gesicht.

Der Flug geht nur sieben Minuten kommt mir aber vor wie eine halbe Ewigkeit. Denn, was ich dabei spüre ist unglaublich: Die pure Lust am Leben, das pure Glück und einfach unglaubliche Freude dies erleben zu dürfen. Ich fühle mich so frei wie nie. Unter mir sehe ich die sich kurvenden Wege und Straßen, die Häuser und Weiden von Ittenschwand. Ein Pärchen geht spazieren. Kühe grasen. Mitten zwischen den Bäumen sehe ich zwei Seen, von denen ich bis dahin gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Ich halte die Kamera, filme uns und sehe die Bäume unter mir immer näher kommen. Und ich spüre ein Kribbeln im Bauch. Denn die Thermik setzt ein und so sinken und steigen wir zwischendurch immer mal wieder ganz plötzlich und unerwartet, was mich ein schräges „Ui“ verlauten lässt. Später sagen mir die Flieger in geselliger Runde: „Wegen diesem Kribbeln im Bauch fliegen wir“. Denn Thermik braucht ein Gleitschirmflieger einfach für einen guten Flug. Wir kreisen durch die Lüfte. Später zeigt mir Peter einen Vogel, der diese Thermik genauso nutzte wie wir es gemacht haben und ebenso durch die Lüfte schwebte. Ganz ohne einen einzigen Flügelschlag.

Noch ein paar Runden drehen wir, dann setzt Peter zur Landung an. Ohne Kommando. Ich will laufen, doch dann stehen wir schon. Besser gesagt: Ich sitze im Gras. So einfach war das beim ersten Mal nicht. Doch dieses Mal landen wir in Windrichtung. „Wenn man einmal geflogen ist, will man es immer wieder tun“, hatte mir ein Flieger vor vier Jahren vor meinem ersten Flug gesagt. Vor dem Flug hatte ich dies nicht geglaubt, nach dem Flug war ich davon überzeugt. Der Reiz ist tatsächlich da, das Gleitschirmfliegen zu meinem Hobby - nein zu meiner Leidenschaft - zu machen. Doch die Kosten dafür sind mir momentan einfach noch zu hoch. Ein paar Tausend Euro muss man anfangs schon investieren, wie mir Flieger Matthias später ausrechnet.

Das Wiesental, insbesondere Fröhnd, Ehrsberg und Schönau, eignen sich besonders gut für Flieger: Anfänger finden hier einfache Start- und Landeplätze. Flieger aus ganz Deutschland kommen hierher, um ihrer Leidenschaft nach zu gehen. Im Jahr zahlen sie eine Gebühr von 10 Euro. Das ist nicht viel. Nun fährt auch der Clubbus des Gleitschirmclubs Wiesental wieder zu den Start- und Landeplätzen. Gemeinsam geht man hier dem Hobby nach und tauscht sich aus.

Als wir im Auto sitzen, erzählt Peter mir von seinen besonderen Flügen – mitten durch die Schweizer Alpen hindurch, als er den Kletterern quasi über die Schulter schauen konnte, oder in Südamerika, wo er bei den Meisterschaften mit durchschnittlich über 100 Kilometer Flugstrecke am Tag den Sieg errang. Ich bin jedenfalls noch für den Rest des Tages aufgedrehter als ein kleines Kind nach seinem ersten Ausflug ans Meer.  Meine Beine kribbeln noch stundenlang. Und ich grinse ununterbrochen. Die Erinnerung an dieses Erlebnis wird mir noch lange bleiben und mir noch lange ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte.

Video vom Flug!

Kontakt
Peter Siebert
In Steinenbrunnen 14/11
79585 Steinen
Mobil: 0163 6407543
eMail: Petsieber@web.de

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