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Ski-Köpfer-Museum in Bernau

Offizielles FIS-Skimuseum

Das Ski-Köpfer-Museum in Bernau bietet einen persönlichen Einblick in die Ski-Geschichte

Es ist schon eine erstaunliche Geschichte, die sich da in Bernau im Schwarzwald zugetan hat und die von dem legendären Skipionier Ernst Köpfer erzählt. Die Geschichte beginnt als der damals 12-Jährige im Jahr 1890 von der Schulbank aus dem Fenster schaut und die ersten Norweger auf seltsamen Brettern vorbeifahren sieht. Ernst Köpfer war fasziniert. Und so folgte er nach Schulschluss den Gästen bis ins Gasthaus „Schwanen“ und studierte dort die Form, die Konstruktion und die Biegung der Spitzen. Dann ging er heim zu seinem Vater, der eine Schreinerwerkstatt hatte, erzählte ihm, was er gesehen hatte und Vater und Sohn bauten dann ihr erstes Paar Ski.

Ein Traum hat sich erfüllt

So fing alles an. Und heute kann man im Geburtshaus eben dieses Jungen das Ski-Köpfer-Museum besichtigen, das die Geschichte eines der ersten Schwarzwälder Skifabrikanten mit Original-Exponaten und –Dokumenten beeindruckend erzählt. Denn Ernst Köpfers Enkel Walter Strohmeier widmet sich seit 30 Jahren dem Thema, hat gesammelt, geforscht und erhalten, was an die Öffentlichkeit gehört. Denn er weiß, sein Großvater war wirklich bedeutend und wurde zunehmend bekannter. Auf offiziellen Ski-Anlässen trifft man ihn in historischer Ski-Tracht seines Großvaters, die alten Ski im Schlepptau. All die Arbeit hat sich gelohnt – im Juni 2016 bekam Walter Strohmeier die Bestätigung, dass sein Museum das Prädikat „Offizielles FIS-Skimuseum“ zuerkannt wird. Somit hat sich ein großer Traum erfüllt: „Es gibt für mich keine größere Auszeichnung. Das bestätigt meinen Fleiß und meine kontinuierliche Arbeit“, sagt Strohmeier heute. Sein Lebenswerk sei geadelt worden. Sechs Jahre nach dem Antrag, habe er endlich die gewünschte Anerkennung bekommen.

Wie die Marke Feldberg an den Broadway kam

Die Geschichte bleibt nicht bei einem kindlichen Versuch: Schon zwei Jahre danach, kamen fahrbare Skier zustande. Es hat funktioniert: Die Original-Skier aus 1892 sind Strohmeiers ganzer Stolz in der Sammlung. 1906 meldete Köpfer dann auf den guten Rat seines Freundes Dr. Ernst Baader, Bezirksarzt in St. Blasien, hin -  ein weiterer großer Pionier des Skisports -  seine Skier mit der „Marke Feldberg“ als Patent beim Kaiserlichen Patent- und Markenamt des Deutschen Reiches an und bekommt Markenschutz. Der Feldberg als Wahrzeichen des Schwarzwalds ist auf dem Logo zu sehen. Das zweite Patent folgte 1908 auf „Köpfers  lenkbare Achsenbindung“. Ernst Köpfer stellte bis zu seinem Ableben (er starb am 1. Mai 1954) in Bernau 10 000 Paar Skier her. Die Skier kosteten einen Wochenlohn. Köpfer trug dazu bei, dass sich der Schwarzwald zum internationalen Skigebiet entwickelte. Die Bretter aus Bernau machten sogar Filmkarriere. Der Film „Das Wunder des Schneeschuhs“, in dem Ernst Baader Junior bei seinem berühmten Sprung am Feldberg die Köpfer-Skier trug, wurde drei Jahre am Broadway gezeigt. Damit wurde das Skifahren auch in Amerika bekannt.

Von der Karl Köpfer & Söhne mechanische Skier- und Holzwarenfabrik hat Strohmeier heute noch drei Kubikmeter Akten. „Dass die Firmenkorrespondenz bereits seit den 1880er Jahren lückenlos erhalten ist“ zeichne den Fundus besonders aus, schrieb auch DSV-Präsident Franz Steinle, was wiederum ebenfalls ein Grund für die FIS-Zertifizierung gewesen war.

Ebenerdig für alle gut erreichbar, ist im Geburtshaus von Ernst Köpfer heute das 75 Quadratmeter große Museum untergebracht. Dort findet man auch noch die Original-Hobelbank, verschiedene alte Skier und einige interessante Schriftwechsel mit Berühmtheiten der damaligen Zeit. Die Popularität des „Ski-Vaters aus Bernau“ zieht seine Kreise um die Welt: So findet man hier auch eine Urkunde der 2008 im japanischen Nagai gegründeten Skischule, die den Zusatz „Si-Köpfer“ im Namen trägt. Kinder können mit kleinen Mini-Skiern auf einer Skischanze einen Wettkampf starten, im Anschluss an den Rundgang gibt es eine multimediale Videoshow mit alten Skifilmen von den ersten Wett-kämpfen im Schwarzwald, die von Walter Strohmeier persönlich moderiert wird.

Persönlicher geht es nicht

Regelmäßig gibt Walter Strohmeier Führungen in seinem kleinen Museum, das voller ski-historischer Schätze ist. Strohmeier selbst hat seinen Großvater nicht mehr kennengelernt. Für ihn ist es aber schön, noch so viel von ihm zu wissen. Am schönsten seien die Geschichten, von den wenigen, die ihn noch kannten. Und diese gibt er gerne an die Besucher weiter. Persönlicher geht es nicht. Wo damals noch in einer Holzwerkstatt Kochlöffel und Blasebalge gebaut wurden, wurden später nur noch Skier fabriziert. Und heute erinnert der Enkel an den legendären „Ski-Vater aus Bernau“. „Die meisten, die bei mir waren, gehen mit viel Herz und sagen, dass es sich gelohnt hat“, sagt Strohmeier. Und wer selbst da war, kann dies bestätigen. So viel Einblick bekommt man in einem Museum eben nur selten.

Info: Das Ski-Köpfer-Museum wurde am 24. Dezember 2014 fertig gestellt. Ein „Offizielles FIS-Skimuseum“ ist es seit Juni 2016. Das Museum öffnet immer nach Absprache.

Anmeldungen & Kontakt
Walter Strohmeier
Kaiserhaus
Kaiserhausstr. 27
79872 Bernau im Schwarzwald
eMail: info@ski-koepfer.de
Telefon: 0 76 75 / 16 00 – 25
Internet: http://www.ski-koepfer.de/

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