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Auf dem Weg zum Premium-Gebiet

Viele Gemeinden im Südschwarzwald wollen ein zweites Biosphärengebiet in Baden-Württemberg. Denn das Naturschutzgroßprojekt Feldberg-Belchen-Wiesental lief Ende 2012 aus. Und schon im Vorfeld planten die davon betroffenen Gemeinden eine Fortführung von dessen Maßnahmen in Form eines Biosphärengebietes. Im November 2010 kam Julian Würtenberger, der damalige Regierungspräsident des Regierungsbezirks Freiburg, nach Schönau, wo er den Gemeindevertretern seine Unterstützung zum Aufbau eins solchen Gebiets zusagte. „Vielleicht gelingt es uns ein zweites Premium-Gebiet zu schaffen“, sagte Würtenberger damals. Nach zahlreichen Informationsveranstaltungen, Diskussionen und Abstimmungen in den einzelnen Gemeinden gab Minister Alexander Bonde vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am 14. April 2012 in Schönau den Startschuss für die vertiefte Beteiligung an der Entwicklung eines Biosphärengebietes. Unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ befürworten die Gemeinden des GVV Schönau das Gebiet. Schönau war der Geburtsort für die Idee und hier laufen noch heute die meisten Fäden zusammen.

Doch was ist ein Biosphärengebiet überhaupt?
Fragen über Fragen hatten in all den Jahren der Vorbereitung die Gemeindevertreter. Schließlich wollten sie wissen, welche Folgen ein Biosphärengebiet für ihre Gemeinde habe. Ein Biosphärengebiet (auch: Biosphärenreservat) ist eine von der UNESCO anerkannte Modellregion. Hier sollen nicht nur Natur und Landschaft geschützt, sondern vor allem die wirtschaftliche und gesellschaftliche und vor allem nachhalte Entwicklung gefördert sowie Bildung, Forschung und Umweltbeobachtung unterstützt werden. In der Region könnten durch zusätzliche finanzielle Mittel Pilot- und Forschungsprojekte durchgeführt werden. Ein Biosphärengebiet muss ein Alleinstellungsmerkmal haben. Im Südschwarzwald wären dies die Almendweiden. Mit den Weidfeldern habe man etwas, was es sonst in ganz Baden-Württemberg nicht gebe, sagte Würtenberger damals. Diese müsse man schützen und erhalten. Das Gute an einem Biosphärengebiet: Es wird von den Gemeinden selbst entwickelt und erhalten und nicht von oben herab regiert. Das Gebiet soll zu 70 Prozent vom Land und zu 30 Prozent von den Gemeinden (und ggf. Landkreisen) getragen werden.

Die drei Zonen
In einem Biosphärengebiet gibt es drei Zonen: Die Kernzone, die Pflegezone und die Entwicklungszone. Die Kernzone beträgt mindestens drei Prozent des Gebietes, hier ist keine Nutzung möglich. Die Pflegezone beträgt etwa 20 Prozent des Gebietes, diese Zone ist für eine schonende und naturnahe Landnutzung vorgesehen. In der Entwicklungszone (50 Prozent) können Modellprojekte für eine nachhaltige Bewirtschaftung durchgeführt werden. Hier bestehen in der Nutzung keine Einschränkungen. Hier könne am meisten Gestaltungskraft zum Tragen kommen, sagte Schönaus Bürgermeister Peter Schelshorn in einer Sitzung im Juli.

Das Biosphärengebiet Südschwarzwald
Ein Biosphärengebiet muss mindestens 30 000 Hektar umfassen. Das Gebiet im Südschwarzwald ist wesentlich größer und erstreckt sich nach dem aktuellen Entwurf des Zonierungskonzeptes (vom 6. September 2012) von Staufen und Malsberg im Westen bis nach Höchenschwand im Osten und von Kirchzarten und Horben im Norden bis nach Hausen im Wiesental, Rückenbach und Waldshut im Süden. Noch sind nicht alle Gemeinden mit im Boot. Einige Gremien müssen noch ihren Grundsatzbeschluss fassen, ob sie als Stadt/Gemeinde an dem Modellprojekt teilnehmen. Einige Gemeinden befürchten noch, das Gebiet könne Tourismus oder Wintersport negativ beeinflussen. Laut der Arbeitsgruppe des Biosphärengebiets, die zentrale Fragen und Antworten zusammengestellt hat (Stand: Mai 2013) solle das Gebiet jedoch einen positiven Effekt auf den Tourismus haben, so werden etwa neue Zielgruppen für einen Aufenthalt im Südschwarzwald gewonnen und auch in den derzeitigen Wintersportorten solle es nicht zu Einschränkungen kommen, da sich diese nicht in den Kernzonen befinden.

Mögliche Pilotprojekte in der Region könnten ein Tourismuskonzept, ein Biosphärenbus oder etwa Holzbringung mit Pferden und Ochsen sein. Im Oktober soll eine weitere Sitzung der betroffenen Bürgermeister stattfinden, um das Projekt voran zu treiben.

Mehr Informationen zum Biosphärengebiet.

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