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Stromrebellen

Die Schwarzwälder Rebellion gegen Atomkraft

Die Schönauer Stromrebellen sind mittlerweile in vielen Ländern der Welt bekannt, sie haben ihr kleines Schwarzwalddorf bekannt gemacht, durch eine Energiewende, die sie mittragen. Eine der beiden Initiatoren ist Ursula Sladek. Sie gewann 2011 den Goldman Environmental Prize für Europa, der ihr von Obama persönlich übergeben wurde. Sie schmuggelte die „100 guten Gründe gegen Atomkraft“ in sein Oval Office. Es war das zweite Mal überhaupt, dass diesen Preis eine Deutsche gewann. Aktuell gewann sie den Deutschen Umweltpreis 2013, den höchsten Umweltpreis in ganz Europa überhaupt. Übergeben wurde der Preis am 27. Oktober von Bundespräsident Joachim Gauck. Für diese hohe Auszeichnung gibt es allerlei Gründe. Kurz gesagt:  ihren Mut, ihre Tatkraft, ihre Ausdauer bei ihrem großen Einsatz für die Energiewende.

Von der kleinen Initiative zur internationalen Unternehmung

Und so fing alles an: Ursula Sladek gründete gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Michael Sladek, 1986, kurz nach dem GAU  von Tschernobyl  eine Bürgerinitiative gegen Atomkraft. Es war eine kleine Gruppe engagierter Bürger – eigentlich Laien in der Stromversorgung. Ihre Karriere war unerwartet. Aber steil.

Sie animierten die Bürger zum Stromsparen, was dem örtlichen Strommonopolisten, die Kraftwerke Rheinfelden (KWR), gar nicht gefiel. Dieser Energieversorger behinderte immer wieder die Aktivitäten der Schönauer Initiative. Als Anfang der 90er Jahre jedoch dessen Konzessionsvertrag mit Schönau auslief, entstand die zündende Idee, das Netz durch die Bürgerinitiative zu übernehmen. Doch die Stimmung unter den Schönauern war angespannt, die Zweifel waren groß. „Gehen dann die Lichter aus?“ fragten sich einige Bürger, schließlich würde das Netz von Laien übernommen. Erst sieben Jahre und zwei Bürgerentscheide später war es am 1. Juli 1997 dann so weit: Das Stromnetz war in Bürgerhand. Dies war und ist einzigartig in ganz Deutschland. 1994 hatte man bereits die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) gegründet, Deutschland einziges Energieunternehmen, das seine Kunden zum Stromsparen auffordert und sie dafür auch noch belohnt. Es war und ist heute noch der einzige Versorger der 100 Prozent Ökostrom anbietet. Der Unterschied zu vielen anderen Ökostrom-Anbietern: „Wir machen es auf jeden Fall aus Überzeugung“, sagt Ursula Sladek. Damals begann man die Arbeit mit einem Mitarbeiter, heute sind es 100. Neben dem normalen Stromverkauf, fördert die EWS Energiesparmaßnahmen im Haushalt ihrer Kunden, investiert aber auch selbst in erneuerbare Energien. Ganz gezielt fördert sie heute auch Energiegenossenschaften, finanziell, aber auch mit Knowhow.

Ein Erfolg nach dem anderen


Die EWS feiert einen Erfolg nach dem anderen. So kooperiert sie mit anderen Energieversorgen, gründete mit der Stadt Titisee-Neustadt und den Bürgern die Energieversorgung Titisee-Neustadt, so können sich die Bürger selbst an der Energiewende beteiligen. Zusammen mit den Stadtwerken Stuttgart vertreibt man seit dem 1. Februar vor Ort Ökostrom. Und erst vor einigen Wochen stieg man zudem in die Nahwärme ein. In  der hiesigen Region habe man bewegt, dass die Energiewende fest in den Köpfen verankert sei, erzählt Sladek. Sie habe auch den Preis bekommen, weil sie ein mutmachendes Beispiel für andere sei. Inzwischen sei man weltweit eine Anlaufstelle geworden, um anderen Ländern Ratschläge zur Energiewende zu geben. Immer wieder kommen Menschen aus aller Welt bei der EWS vorbei. „Dass heute so viele in dieselbe Richtung gehen, hängt durchaus mit uns zusammen, denn wir waren Vorbild und Vorreiter“, sagt Ursula Sladek stolz. Auch wenn sie schon im Rentenalter ist, 5 Kinder und 9 Enkel hat – sie hört noch lange nicht auf – denn in dieser Arbeit steckt sehr viel Herzblut. Und auch die Zweifel der Schönauer Bürger haben sich mittlerweile in Luft aufgelöst. Denn das Licht ging nie aus! 

Mehr über die EWS: Film „Das Schönauer Gefühl“
Buch: Störfall mit Charme von Bernward Janzig – Die Schönauer Stromrebellen im Widerstand gegen die Atomkraft

Internet: www.ews-schoenau.de

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