Interview mit Susanne Meier über die Möglichkeit in Teilzeit Führungskraft zu sein

Frau Meier, was gefällt Ihnen persönlich an Ihrem Arbeitsalltag und Ihrer Arbeitgeberin, der Stadt Lörrach, am besten?
Am Besten? Nun, das ist definitiv die Möglichkeit, auch mit Kindern eine Führungsposition ausüben zu können. Ich bin Mutter zweier Grundschulkinder, was für mich bedeutet, einer Tätigkeit momentan lediglich in Teilzeit nachgehen zu können. Mit dem Angebot der Stadt Lörrach gelingt es mir, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Ich habe das Glück, dass ich durch ein gutes familiäres Netz vor Ort, meine Kinderbetreuung relativ flexibel und spontan gestalten kann. Die flexible Arbeitszeitgestaltung bei meiner Arbeitgeberin unterstützt mich in meiner aktuellen Lebensphase zusätzlich. Nun ist die Ausübung einer Führungsposition in 50% nicht viel – andere Mütter werden mir sicherlich zustimmen – und das Tagesgeschäft richtet sich hier schließlich nicht nach mir. Ich habe schon auch mit Herausforderungen zu kämpfen: so muss ich schauen, dass ich die wichtigsten Informationen auch in der halben Anwesenheitszeit mitbekomme und weitergeben kann und auch die Koordination der vielen Termine (auch in unseren Außenstellen) will gut organisiert sein, um nur zwei Beispiele zu nennen. Um das Tagesgeschäft dennoch gut zu managen, braucht es zu dem Ganzen selbstverständlich auch ein gut funktionierendes Team. Aber auch da – toi toi toi – kann ich von Glück sprechen. Mein Team ist sehr flexibel und sehr gut in der Lage, selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten - und am wichtigsten: es trägt diese Lösung mit. Nach Absprache mit meinem Team bin ich in meiner Zeiteinteilung komplett frei. Falls doch mal Not am Mann ist, kann ich im Zweifel auch aus dem Home-Office raus die Dinge erledigen. Dadurch kann ich die Zeit, die ich weniger anwesend bin, wieder ausgleichen und (hoffentlich) gute Arbeit leisten.
Bevor ich bei der Stadt angefangen habe, habe ich immer in sehr kleinen Einrichtungen oder freiberuflich alleine gearbeitet – daher genieße ich die vielen tollen Kolleginnen und Kollegen, die ich jetzt habe und die auch der Hauptgrund sind, dass ich jeden Tag gerne ins Büro komme.
Und die „Kirsche auf der Sahnehaube“ ist für mich der Sport in der Mittagspause. So muss ich abends nicht nochmal extra los, brauche mir keinen Babysitter organisieren und kann trotzdem an verschiedenen Sportkursen teilnehmen. Und bei der überwiegend sitzenden Arbeit ist das ein toller Ausgleich!

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders?
Die Vielfältigkeit und Breite der Themen und Aufgaben in meinem Bereich finde ich besonders spannend. Wir im Team betreuen aktuell knapp 60 Auszubildende und Studierende in über 20 Ausbildungs- und Studiengängen, die jeweils sehr unterschiedliche Anforderungen und Rahmenbedingungen haben. Zudem betreuen wir jährlich 40-50 Praktikantinnen und Praktikanten – Tendenz steigend - in unterschiedlichen Bereichen der Stadt mit unterschiedlicher Dauer, von einem Tag bis hin zu mehreren Monaten.
Durch unser breites Ausbildungsangebot, das von Erziehern und Studierenden der Sozialen Arbeit über Fachangestellte für Bäderbetriebe, Bauzeichner und Straßenwärter bis hin zu Verwaltungsfachangestellten, Public Management- und BWL-Studierenden reicht, ergeben sich selbstverständlich die unterschiedlichsten Fragestellungen. Ich lerne hier nie aus – das ist unglaublich spannend. Da wir unser Angebot auch immer wieder auf den Prüfstand stellen und hinterfragen, ob es noch passt oder ob es vielleicht weitere Felder gibt, in denen wir ausbilden sollten – steht das Rad auch nie still. Erst im letzten Jahr haben wir beispielsweise die Ausbildungsberufe des Gärtners und des Vermessungstechnikers jeweils mit einem Auszubildenden bzw. einer Auszubildenden besetzt. Die Einführung eines „neuen“ Ausbildungsberufs oder Studiengangs bedeutet sich thematisch einzuarbeiten, im Vorfeld die Rahmenbedingungen und viele, viele Einzelfragen zu klären bevor wir uns dann schließlich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten oder einer geeigneten Kandidatin machen können. Doch mit dem zunehmenden Fachkräftemangel sehen wir in der Ausbildung eine große Chance, die wir auf jeden Nutzen möchten!
Mein persönliches Highlight der Tätigkeit ist aber die Möglichkeit, positiv auf Einzelschicksale einzuwirken und mitzuhelfen, dem Lebensweg der Einzelnen eine gute Richtung zu geben. Das bedeutet für uns auch, uns intensiv den Themen Inklusion und Integration zu widmen. Und gerade hier dürfen wie immer wieder Erfolge feiern. Das ist unglaublich toll.

Wo sehen Sie die Herausforderungen in Ihrer Tätigkeit?
Die Berufsbiographien sind auch bei den Azubis nicht mehr so geradlinig, wie sie es vielleicht einmal waren. Es gibt inzwischen viel mehr Brüche, Wechsel, Quer- und Wiedereinsteiger. Das, und die Tatsache, dass die Inhalte der heutigen Ausbildung bzw. des heutigen Studium aufgrund verschiedenster Trends um ein Vielfaches umfangreicher geworden sind, haben wir im Betrieb immer mehr aufzufangen. Wir sind fortlaufend dazu angehalten, unser Konzept zu hinterfragen und anzupassen. In diesem Fall bedeutet es beispielsweise, verschiedene zielgerichtete Programme, die die Kompetenzentwicklung unterstützen, im Rahmen des internen Unterrichts anzubieten. Die setzen wir nach der Ausbildung in unserem „Berufseinsteiger-Programm“ fort. Damit möchten wir den frisch Ausgebildeten, auch denjenigen, die ihre Ausbildung wo anders gemacht haben, die Möglichkeit geben, „sanft“ in ihre erste richtige Stelle einzusteigen. Wir legen den Fokus dabei auf eine individuell bedarfsorientierte fachliche und persönliche Begleitung, in einem Mix von Training, Coaching und Mentoring. Es geht hier um die Entwicklung der Persönlichkeit und der Selbstkompetenzen und um die Themen Zeitmanagement, Eigenverantwortung und Selbstorganisation.

Was möchten Sie noch erreichen?
Zu unseren Aufgaben im Team zählt ja nicht nur die Entwicklung und Fortbildung der Auszubildenden und Studierenden, sondern perspektivisch die aller städtischen Mitarbeiter. Mit Hochdruck arbeiten wir dort, soweit dies uns mit unseren personellen Gegebenheiten möglich ist, an der Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts. Wir möchten unsere Kolleginnen und Kollegen nicht nur während ihrer Anfangszeit, sondern auch während ihrer Karriere bei uns bestmöglich unterstützen und fördern. Da bietet das Thema Digitalisierung, das natürlich auch uns umtreibt, viele neue Möglichkeiten. So sind wir beispielsweise gerade dabei, verschiedene wiederkehrende Inhalte in digitaler Form aufzubereiten und sie so den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern punktgenau und bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen.
Ganz allgemein gesprochen gibt es in unserem Bereich noch so viele spannende Möglichkeiten zu entdecken und Dinge umzusetzen – da freue ich mich sehr darauf!

Stadt Lörrach: Susanne Meier im Interview

Fakten

Susanne Meier ist Leiterin des Teams Aus- und Fortbildung bei der Stadt Lörrach. Sie berichtet über ihre Arbeitgeberin und die Besonderheiten und Herausforderungen ihrer Tätigkeit.

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